{"id":853,"date":"2013-11-17T11:06:07","date_gmt":"2013-11-17T11:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.libri-amicorum.de\/WMS\/?p=853"},"modified":"2018-12-07T12:30:15","modified_gmt":"2018-12-07T12:30:15","slug":"1656-mauritius-hoffmann-prof-dr-med-altdorf-1656-im-april","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/?p=853","title":{"rendered":"1656 a Hoffmann, Mauritius, Prof. Dr. med.; Altdorf, 1656 im April"},"content":{"rendered":"<p>Widmungsblatt, Querformat (12 x 8 cm), vermutlich entnommen aus dem Album amicorum eines unbekannten Studenten an der Universit\u00e4t Altdorf. Das einseitig beschriebene Blatt ist leicht eingerissen, kein Textverlust<\/p>\n<h3>Transkription<\/h3>\n<h3>Dulcis nutricula senectutis, bona conscientia.<\/h3>\n<p>&#8230; Altdorphi m[ens] Apr[ril] A. C.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><\/a> \u03f9I\u03fd I\u03fd C LVI<\/p>\n<p>Mauritius Hoffmann, Med. D. et P.P.<\/p>\n<p>Ordin[arius] sui h(oc) t(empore) Decanus<\/p>\n<p>\u00dcbersetzungsversuch:<\/p>\n<p>Basis eines angenehmen Alters ist ein gutes Gewissen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><\/a><\/p>\n<p>&#8230; (Universit\u00e4t) Altdorf im Monat April des Jahres 1656 nach Christus<\/p>\n<p>Mauritius Hoffmann, Dr. med. und (\u00f6ffentlich ordentlicher) Professor)<\/p>\n<p>gegenw\u00e4rtig Vorsteher der med. Fakult\u00e4t<\/p>\n<p>Personaldaten:<\/p>\n<p>Moritz (Mauritius) Hoffmann wurde am 20. September 1621 in Finsterwalde in der Mark Brandenburg geboren. Da seine Eltern fr\u00fch verstarben, nahm sein Onkel Georg N\u00f6\u00dfler, Professor der Medizin und Philosophie an der Universit\u00e4t Altdorf, ihn 1638 in seinem Altdorfer Hause auf. Bei ihm erhielt Moritz Hoffmann eine medizinisch-botanische Grundausbildung.<\/p>\n<p>Ab 1641 studierte H. vor allem Botanik und Anatomie in Padua. Hier entdeckte er beim Sezieren eines Truthahns den sogenannten pankreatischen Gang, den Ausgang der Bauchspeicheldr\u00fcse in den Zw\u00f6lffingerdarm.<\/p>\n<p>Hoffmann pr\u00e4sentierte die Entdeckung seinem Gastgeber, dem bekannten Anatom Johann Georg Virsing, der den Ausgang, den Ductus pancreaticus dann auch beim Menschen nachweisen konnte und ihn \u201eductus virsungi&#8220; benannte.<\/p>\n<p>1644 nach Altdorf zur\u00fcckgekehrt wurde H. im Jahr darauf Stadtphysikus. 1648 wurde er an seiner Heimatuniversit\u00e4t a.o. Prof. der Anatomie und Chirurgie, 1649 o. Prof. der Medizin und 1653 erhielt er als Nachfolger von Ludwig Jungermann den Lehrstuhl f\u00fcr Botanik und \u00fcbernahm die Leitung des botanischen Gartens, des sogenannten \u201eDoktorsgartens&#8220;. 1650 richtete er an der Universit\u00e4t ein \u201eTheatrum anatomicum\u201c ein und veranstaltete dort 1655 die erste \u00f6ffentliche Sektion. M. Hoffmann geno\u00df als Hochschullehrer, Wissenschaftler und Arzt und Lehrer gro\u00dfes Ansehen, schrieb u. a. eine <em>Dissertatio de procidentia uteri<\/em> (1694). Er war insgesamt 23mal Dekan der medizinischen Fakult\u00e4t und f\u00fcnfmal Rektor. W\u00e4hrend seiner Wirkzeit lie\u00df er den anatomischer H\u00f6rsaal &#8211; sein \u201eTheatrum anatomicum&#8220; &#8211; mit ansteigenden Sitzreihen ausstatten, die \u201eWinterung&#8220; \u2013 ein beheizbares Gew\u00e4chshaus bauen und dazu ein chemisches Laboratorium errichten.<\/p>\n<p>Dreimal war H. verheiratet, hatte insgesamt 19 Kinder, von denen ihn nur 9 \u00fcberlebten. Moritz Hoffmann starb in Altdorf am 22. April 1698. Ein Gedenkstein aus r\u00f6tlichem Marmor in der Grufthalle erinnert an den bekannten und beliebten Wissenschaftler, der wie kaum ein anderer Hochschullehrer f\u00fcr seine Altdorfer Universit\u00e4t so Hervorragendes geleistet und viele Spuren hinterlassen hat.<\/p>\n<p>Vgl. u. a. DBE,<\/p>\n<p>Biographisches Lexikon der hervorragenden \u00c4rzte aller Zeiten und V\u00f6lker \/ herausgegeben von August Hirsch; zweite Auflage durchgesehen und erg\u00e4nzt von W. Haberling, F. H\u00fcbotter, H. Vierordt. \u2013 2. Aufl. \u2013 Berlin [et al.] : Urban &amp; Schwarzenberg, 1929-1935,<\/p>\n<p>Will, Georg Andreas: N\u00fcrnbergisches Gelehrten-Lexicon : oder Beschreibung aller N\u00fcrnbergischen Gelehrten beyderley Geschlechtes nach ihrem Leben, Verdiensten und Schrifften, zur Erweiterung der gelehrten Geschichtskunde und Verbesserung vieler darinnen vorgefallenen Fehler \/ verfasset von Georg Andreas Will; Bd. 5 und Suppl.: fortgesetzt von Christian Conrad Nopitsch. \u2013 N\u00fcrnberg [et al.], 1755-1808,<\/p>\n<p>Vocke, Johann August: Geburts- und Todten-Almanach Ansbachischer Gelehrten, Schriftsteller und K\u00fcnstler : oder: Anzeige jeden Jahrs, Monats und Tags, an welchem jeder derselben gebohren wurde, und starb, nebst ihrer kurz zusammengedr\u00e4ngten Lebens-Geschichte und dem Verzeichnis ihrer Schriften und Kunstwerke \/ von Johann August Vocke. \u2013 Augsburg : Sp\u00e4th, 1796-1797,<\/p>\n<p>Neue Deutsche Biographie (NDB). \u2013 Berlin, 1953ff,<\/p>\n<p>J\u00f6cher, Christian Gottlieb (Hrsg.): Allgemeines Gelehrten-Lexicon : darinne die Gelehrten aller St\u00e4nde &#8230; vom Anfange der Welt bis auf ietzige Zeit &#8230; Nach ihrer Geburt, Leben, &#8230; Schrifften aus den glaubw\u00fcrdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden; Leipzig: Gleditsch, 1750-1751,<\/p>\n<p>Allgemeine Deutsche Biographie \/ Herausgegeben durch die historische Commission bei der K\u00f6nigl. Akademie der Wissenschaften. \u2013 M\u00fcnchen [et al.] : Duncker &amp; Humblot, 1912,<\/p>\n<p>Will, Georg Andreas: Geschichte und Beschreibung der N\u00fcrnbergischen Universit\u00e4t Altdorf; Neudruck der 2. Ausgabe Altdorf 1801; Darmstadt 1975<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Widmungsblatt, Querformat (12 x 8 cm), vermutlich entnommen aus dem Album amicorum eines unbekannten Studenten an der Universit\u00e4t Altdorf. Das einseitig beschriebene Blatt ist leicht eingerissen, kein Textverlust Transkription Dulcis nutricula senectutis, bona conscientia. &#8230; Altdorphi m[ens] Apr[ril] A. C. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/?p=853\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true},"categories":[15,9,70],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pdEVk6-dL","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/853"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=853"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/853\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1995,"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/853\/revisions\/1995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=853"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=853"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.libri-amicorum.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=853"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}