1779 Stammbuchblatt des Hauff, Johann Heinrich Louis

Eigenhändiges Stammbuchblatt aus dem Album amicorum (S. 207) des ungenannten Vetters. Auf der Rückseite (S. 208) die Eintragung des Friedrich Wolfgang Hauff (Tübingen, 22. September 1776), Querformat, ca. 18 x 11 cm., Alterspuren, etwas fleckig

Transkription

Tübingen im Septbr. [17]79                                                 Sein Diener

Seegen geleite Dich Freund! O, sei der Liebling des Glücks

Jenes reineren Glückes, welches der Weise nur kennt.

Sei des Liebling, wie Du der menschenfreundlichen Tugend –

Und der Weisheit es bist! – Seegen geleite Dich Freund.

Lebe stets glücklich und vergnügt

bester Freund – und vergis nie

den, der Dich ewig mit der

wärmsten Freundschaft liebt

Johann Heinr. Louis Hauff, D. R. B. aus Stuttgart

Deo et Patriae [Für Gott und Vaterland.]

Anmerkung zum Sinnspruch:

Vgl. Gedichte der Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg, Herausgegeben von Heinrich Christian Boie, mit Kupfern; Leipzig 1779; Seite 22

Personaldaten:

Hauff, Johann Heinrich Louis[Ludwig, 1761-1807], imm. Uni. Tübingen 1779, vgl. Nr. 37 773)

1776 Stammbuchblatt des Hauff, Friedrich Wolfgang

Eigenhändiges Stammbuchblatt aus dem Album amicorum (S. 208) des ungenannten Vetters. Auf der Rückseite (S. 207) die Eintragung des Johann Heinrich Louis Hauff (Tübingen, im September 1779). Querformat, ca. 18 x 11 cm., Alterspuren, etwas fleckig.

Transkription

Herr Bruder                                                                                                   Lebe wohl –   –

Schöne Tage sollen nie

Deinem Leben fehlen

Denn der Himmel theilet sie

Unter schönen Seelen.

Jacobi[Johann Georg, 1740.1814].

Mein liebster Vetter

Es thut mir sehr leyd, daß ich Dich krank

verlaßen solle. Werde wieder so gesund

als ich Dir es wünsche. So wirst Du Dich noch

lange erinnern können / Deines

Aufrichtigen Freundes und Vetters

Friedrich Wolfgang Hauff, B[eider] R[echte] B[eflissener]

aus Stuttgart.

Tübingen den 22. Sept. 1776

Eine Stunde vor meiner Abreise.

Anmerkung:

Der Sinnspruch wurde dem Almanach des Johann Georg Jacobi entnommen:

Vgl. J. G. Jacobi: Almanach der deutschen Musen: auf das Jahr 1774; Leipzig, im Schwinckertschen Verlag; Herrn J. C. Blum zu Ratenau widmet diesen Almanach der Herausgeber. Notiz poetischer Neuigkeiten im Jahre 1773, Seite 44, In Elisens Almanach.

Personaldaten:

Friedrich Wolfgang Hauff, imm. Uni. Tübingen 1773, vgl. Matrikel Nr. 37 253

Vgl. dazu „Gedicht auf die Kölle und Hauffische Verbindung von Friedrich Wolfgang Hauff, 24.4.1777

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/HO7CJM2GF5WL5TCRLV5ZGFVKT77K3KFV

1747_b Stammbuchblatt des Hauff, Johann Wolfgang, Tübingen

Eigenhändiges Stammbuchblatt aus dem Album amicorum eines Ungenannten.

Querformat, ca. 17,5 x 10,2 cm., Alterspuren, etwas fleckig

Transkription

Des Weisen ruhiges Gemüthe

Hegt Hoffnung auf der Vorsicht Güte

Hegt Sehnsucht durch Vernunft umschränkt

Empfindlich vor vergön[n]tes Glücke,

Gesetzt bey widrigem Geschicke,

Mehr dort erfreut als Hier gekränkt.

Dieses wollte zu einem Angedenken beysetzen

Johann Wolfgang Hauff

Freyherrl[ich] Berlingischer Consulent

Tübingen d 1ten May 1747

Wahlspruch

Was seyn soll / schickt sich wohl

Anmerkung:

Der Sinnspruch wurde entnommen dem Text „Wider die poetische Gemüthsruhe“ Text Nr. 158, 3. Strophe

Vgl. Schwabe, Johann Joachim: Belustigungen des Verstandes und Witzes Auf das Jahr 1745 Jenner Teil 1, Leipzig, Verlag Berhard Christoph Breitkopf

Personaldaten:

Hauff, Johann Wolfgang, Verwaltungsbeamter, geb. in Plochingen am 29. Nov. 1721; gest. in Stuttgart am 30. März 1801; Sohn des Stadtpfarrers Johann Wolfgang Hauff (1682-1746) und der Sophie Katharina Hauff, geb. Heller (um 1689-1764)

Joh. Wolfg. Hauff war 1743 Hofgerichtsadvokat in Stuttgart, 1747 dann Konsulent bei der Familie von Berlichingen, 1752 Oberamtmann in Markgröningen, 1756 in Heidenheim und 1759 Landschafts-Konsulent in Stuttgart. Bekannt Joh. Wolfg. Hauff als Förderer der württembergischen Verfassung.

Vgl. http://kalliope-verbund.info/de/eac?eac.id=116523832

Der Inskribent ist Großvater des Dichters der deutschen Spätromantik Wilhelm Hauff (geb. in Stuttgart am 29. Nov. 1802; gest ebenda am 18. Nov. 1827), bekannt noch heutzutage (d.h. zu meiner Zeit als Lehrer) bei Erziehern und Kindern dessen „Märchenalmanache“ mit spannenden Geschichten, z.B. „Die Geschichte vom kleinen Muck“, „Kalif Storch“, „Das kalte Herz“ oder „Das Wirtshaus im Spessart“.