1584 a Pediandro, Petro, J.V.D., Rektor der Lateinschule in Friedberg

Stammbuchfragment: Erhalten geblieben sind einige Albumblättchen, Hochformat, ca. 14,3 x 7,9 cm.
Die wenigen Stammbuchblätter enthalten alte, teils großflächige, offensichtlich durch Kinderhand vorgenommene Kritzeleien und Streichungen, dazu wenige, von fremder Hand nachträglich hinzugefügte Bemerkungen, z. B. auf der Seite des Hartman Molitor oder auf der Rückseite des Molitor-Blattes, dort die Inskription des Georgius Kauffungcus.
Laufzeit: 1584 bis 1592
16 Inskribenten
Sprachen:
Deutsch
Latein
Griechisch
Widmungsorte: Herkunftsorte bzw. Regionen/Länder:
Heidelberg Ybersheim[Worms]
Worms Hessen
Hanau Pfalz
Friedberg Beloys
Speyer
Inskribenten in der Reihenfolge der Eintragungen:
1. Campanam, Georgius ad, J.V.D.; Heidelberg, 1584 April 4
2. Zeuger, Balthasar; Heidelberg, 1584 April 5
3. Geiger[?], Philippus, J.V.D.; Heidelberg, 1584 April 5
4. Scotus[Schott], Reinhardus, Sanctogoarinus; Heidelberg, 1584 April 9
5. Krafteri[us], Dauidis, Doctoris J.V. pro tempore Pal. Elect. Consiliarij p Heidelbergae …[?] Aprilis …[?] 1584
6. Cullman, Ludovicus, L.L. [Universität Heidelberg]; ohne Ort, 1584 Mai 1[?]
7. Andrea, Conradus; [1584?] Juni 12
8. Küster[?], Johannes, JVD palat elect. Consil.; Heidelberg, 1584 Jun 20
9. Leisten[?], Gaspar, D[octor], Hassus; Heidelberg, 1584 Juli 7
10. Bubius, Johannes à Ybersheim[Ibersheim] Vangio[Worms], J.V.L. ; Worms, 1585 März 5
11. Pfeyffer, Egenolphus, Notarius; Hanau, 1587 Aug. 21
12. Molitor, Hartmanus, Senior Consvl Civis Fridbergensis; ohne Ort [Friedberg], 1588
13. Couvenburgus, Petrus á Beloys; Speyer, 1590 Juni 11
14. Seiblin, Georg Theodor; Friedberg, 1591 Juni 2
15. Kauffungcvs, Georgivs, D.M. ; Friedberg, 1592
16. Harsch, Antonius, „ein Junior“[?]; ohne Jahr, Aug. 21

1587 a Schaeflerus, Clemens, aus Meissen

Prachtvolles frühes Emblembuch

Durchschossenes Exemplar mit einigen Widmungseinträgen zeitgenössischer sächsischer Akademiker;
dunkelbrauner Ledereinband der Zeit mit reicher, oxidierter Goldprägung auf beiden Decken: VD im Spiegel versehen mit dem kursächsischem Wappen sowie den Initialen „I B L“ und der Jahreszahl 1587. Der RD trägt im Innenspiegel das gedruckte Wappen von Kurbrandenburg.
Reich gepunzter Goldschnitt, bestoßen und berieben, Gelenke beschabt, Schließbänder fehlen.
Hochformat ca. 20,2 x 15,2 cm, 371 bedruckte und interfolierte Leerseiten,
figürliche Holzschnitt-Titeleinfassung; Abbildungen (Textholzschnitte) zum überwiegenden Teil von Virgil Solis. (Sie wurden bereits für die Metamorphosen des Ovid [1563] und für die Fabeln des Aesop [1566] verwendet.).
Eine interfolierte Vakatseite wurde zwischen den Seiten 6 und 7 herausgetrennt.
Der Holzschnitt auf S. 6 trägt das Monogramm von Jost Amman[n].
Die S. 371 (RV; Impressum) zeigt die typische „Feyerabendsche Büchermarke“.
Jedes Sinnbild ist mit der Zueignung an einen bedeutenden Zeitgenossen versehen.
Jede Druckseite trägt eine rahmende typographische Zierleiste.
Herausgeschnitten ist das oberes Drittel der interfolierten Leerseite zwischen den Druckseiten 12/13 (offensichtlich waren diese wie die Vakatseite zwischen den Seiten 6/7 zuvor beschrieben.
Die Originalseiten 79/80 fehlen, wurden nachträglich von der Hand des ersten Bucheigners handschriftlich kopiert; zwei ursprünglich dazu gehörige Holzschnitte in hübscher lavierter Tuschfederzeichnung ebenfalls manuell kopiert.
Das Blatt 95/96 ist nach offensichtlichem Ausriß im Bund zu etwa einem Sechstel verkürzt nachgeheftet und auf dem folgenden Durchschußblatt erneut von der selben Hand wie zuvor Bl. 79/80 gezeichnet bzw.transkribiert.
Am Schluß des Stammbuchs sind nachträglich weiße, unbedruckte Blätter der Emblemata angefügt. Auf der ersten Seite dieser Vakatseiten sind zeitgenössische Exzerpte aus Reusners in Straßburg 1591 erschienenem Emblembuch (nach Handschriftenvergleich zu den Vakatblättern zwischen den Seitennummer 79/80 und 95/96 (von der Hand des ersten Buchbesitzers) notiert.
Kleine Wurmspuren im Buchkopf bis Seite 94 sowie an den letzten Lagen im Außensteg ab S. 335.
Insgesamt sind die Seiten des Album amicorum leicht gebräunt und fleckig; dennoch ein sehr gut erhaltenes Album amicorum der Zeit um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert.

Das Stammbuch besteht aus verschiedenen, zusammengefaßten Büchern (5 Emblemata und 4 Stemmata):

  1. Emblematvm Liber Primvs, S. 1 – S. 54 (40 nummerierte figürliche Embleme mit Zueignungen),
  2. Emblematvm Liber Secvndvs, S. 55 – S. 104 (40 nummerierte figürliche Embleme mit Zueignungen),
  3. Emblematvm Liber Tertivs, S. 105 – S. 156 (40 nummerierte figürliche Embleme mit Zueignungen),
  4. Emblematvm Liber Qvartvs, S. 157 – S. 198 (40 nummerierte Schmuck-Embleme mit Zueignungen),
  5. Emblemata Sacra, S. 199 – S. 255 (40 nummerierte bilblische Embleme (Nr. 25 = falsch bezeichnet mit „XVV“); es folgen auf den Seiten 256/57 zwei griechische Texte,
  6. Stemmatvm, Sive Armorvm Gentilitiorvm, S. 258 – S. 260,
  7. Stemmatvm, Sive Armorvm Gentilitiorvm, Liber Primus, 22 Kap. mit Schmuckembleme, S. 261 – 285,
  8. Stemmatvm, Sive Armorvm Gentilitiorvm, Liber Secvndus, 23 Kap. mit Schmuck-embleme, S. 286 – 309,
  9. Stemmatvm, Sive Armorvm Gentilitiorvm, Liber Tertivs, 23 Kap. mit Schmuckem-bleme, S. 310 – 336,
  10. IVDICIVM HIERONYMI VVOLFII DE POETIS LEGENDIS … etc., ab S. 337

Widmungsorte, Herkunftsorte

Leipzig (11), 1587/88 und 1608/09 Crimmitzschau (3) 1609
Jena (5), 1610/11
Merseburg (1), 1588
Neustadt/Orla (1), 1609
Laufzeit 1587 bis 1611

Inskribenten in der Blatt-für-Blatt-Folge:

  1. Clemens Schaeflerus, Clemens – Eröffnungstext [Epigramma]; ohne Ort und Datum
  2. Christoph Reich, J.V.D.; Leipzig, 1588 Mai 24
  3. Georg Costus, J.V.D.; Leipzig, 1587 Dezember 13
  4. Johannes Rypschneydter, J.V.D. et Ecclesiae Cathedralis Marsburgensis [Merseburg] Decanus; Leipzig, 1588 Mai 14
  5. Johannes Suevius, D[r] J[uris] U[triusque], Pro-Rector; Jena, 1610 Mai 30
  6. Jacobus Flach, Med. D., p.t. Prorector Academiae Jenensis; Jena, 1610 Dezember 21
  7. Zacharias Brendelius, Zacharias, Med. D.; Jena, 1610 Januar 23
  8. Ambrosius Reudenius, D. Prorector; Jena, 1610 Februar 10
  9. Ortholphus Fomannus, D.; Jena, 1611 April 5
  10. Johannes Mutman, M[agister], Professor der Theologie; Leipzig, 1609 die Matthiae [24. Februar (auch 21. September möglich)]
  11. Schilter, Zacharias, Doctor; Leipzig, 1587 November 14
  12. Burchardis Harbart, S.T.L.R.P.; ohne Ort [Leipzig] 1587 Nov. 16
  13. Vincentius Schmuck, D[octor]; Leipzig, 1609 Februar 20
  14. Johannes Curtius, phiae[philosophiae] et I.V.D.[iuris utriusque doctor] ac artis dicendi professor publ.; Leipzig, 1608 Dezember 9
  15. David Capella; Neustadienis ad Orlam [Neustadt a.d. Orla] 1609 Juli 11
  16. Jo[hann] Friderich, M[agister] Prof. publ.; Leipzig, 1609 Februar 11
  17. Basilius Caesar, Crimnicensis, L.L.Stud[iosus/Student der Rechte]; ohne Ort [Leipzig] und Datum [vermutl. wie der Widmungsort und das Datum seines Kommilitonen Simon Götzius sowie seines Bruders Esaias: 1609 Febr. 23]
  18. Simon Götzius, Crimnicenis, Leipzig, 1609 Februar 23
  19. Esaias Caesar; ohne Ort [Leipzig], 1609 Febr. 23

 

1582 a Autumnus, Johannes, Theologe aus Chemnitz

als Stammbuch benutztes Druckwerk (Anthologie)

Laufzeit: 1582 bis 1588

15 Inskribenten

dem Eintragungsrhythmus folgend (Blatt-für-Blatt)

1.      Matthaei, Georgius; Wittenbergensis; Text 1

2.      Brückner[2] (Bruckner), Johannes aus Mansfeld; Text 2 (zweiseitiger griechischer Text)

3.      Mencelius, Hier(onymus) in Comitatu Mansfelensi; Text 3

4.      Hamsfortius, Cornelius; Cimber (= Dänemark); Text 4

5.      Groitzsch, Ambrosius von, auff Mannsfeldt Burggraf; Text 5

6.      Brösicke, Claus, fürstliger magdeburgischer bestalter Krigshaubtman uf mansfelt; Text 6

7.      Witzthump(?Georg v(on), Oberauffseher in der Graffschafft Mansfeldt; Text 7

8.      Schönfeldius, Thomas, Wurcinensis (aus Wurzen[3] i. Tal[?] Pfarrer in Mansfeld); Text 8

9.      anonym; Text 9

10.    Blanchovius, Johannes; Text 10

11.    Laurentius, Petrus; Text 11

12.    Finck, Thomas; Flens(burgensis); Text 12

13.    Ouenus, Laurentius, Tundriae (= Tondern; Stadt in Dänemark); Text 13

14.    Autumnus, Georgius; Pastor et Decanus Mansfeldensis (Vater des Stb-Eigners); Text 14

15.    Klie, Iohannes; Flensburgensis; Text 15

Widmungsorte:

Flensburg

Wurcinensis, in Vallib.

Tundriae (Tondern/Jütland)

Mansfeld

Herkunftssorte:

Wittenberg

Mansfeld [Grafschaft]

Mansfeld

Cimber (Jütland)

Flensburg

Sprachen:

Latein, Griechisch, Deutsch

Als Stammbuch benutzte ANTHOLOGIA GNOMICA, 1579, mit teils wiederholten Holzschnitten von Jobst (Jos, Jost) Ammann (Amman, Ammon), geb. vor dem 13. Juni 1531 (getauft) in Zürich; gest. vor dem 17. März 1591 (begraben) in Nürnberg.

200 Blätter, davon fehlen 14 Blätter (und zwar B 4, 6 und 8; C 3 und 6; F 4; G 6; I 2; L 3; M 2; N 5; O 1 und 7; V 7).

äußeres Erscheinungsbild:

Brauner Lederband der Zeit, ca. 100 x 160 mm; im Zentrum beider Decken integrierte rechteckige, goldgeprägte Reformatoren-Medaillons (43 x 75 mm); auf beiden eingeprägte Rhomben, wobei der Rhombus auf dem Vorderdeckel wiederum den Rahmen für ein rundes Medaillon mit Christuskopf nebst Umschrift bildet. Beide Schließen sind entfernt. Einige kleine Wurmgänge befinden sich im hinteren Innendeckel und leichter Wurmfraß in den letzten drei weißen, leeren Seiten. Das deutsche Goldprägewerk wurde speziell als Stammbuch für Johannes Autumnus (Herbst) mit weißen, interfolierten Blättern angelegt.[9] Es enthält 15 handschriftliche Freundschaftsbekundungen aus den Jahren 1582 bis 1588, u. a. von Freunden aus der Grafschaft Mansfeld und den Flensburgern Thomas Finck, Johannes Klie und Georgius Mattaei. Der vordere Buchdeckel ist umrahmt von einer goldgeprägten Kettenbordüre. Im Zentrum des Deckels befindet sich ein goldgeprägtes, rechteckiges sogenanntes ornamentales Reformatoren-Medaillon. Es ist umgeben von einigen blindgeprägten Einzelstempeln, und zwar von Lilien, Eicheln, Blüten und Blättern. Ein in Gold geprägter Christuskopf im runden Medaillon mit der Umschrift: „ICH IESVS CHRISTVS VON NASARET“ verleiht dem exklusiven kostbaren Werk das krönende äußere Erscheinungsbild. Oberhalb des rechteckigen Medaillons befinden sich in Blindprägung die Initialen „I A C“ (Iohannes Autumnus Chemniensis) und unterhalb, ebenfalls blindgeprägt, dazu die Jahrszahl „1582“.

Mit Ausnahme des Christuskopfes ist der Rückendeckel ähnlich dem vorderen gestaltet: Im Zentrum befindet sich ebenfalls ein goldgeprägtes ornamentales soge-nanntes Reformatoren-Medaillon, dazu sind noch die Einzelstempel in Blindprägung und eine ebenfalls in Gold geprägte abschließende rahmende Kettenbordüre schmückendes Beiwerk.

Außergewöhnlich exklusiv ist der punzierte und kolorierte Goldschnitt gestaltet. In beiden Innenseiten der Decken sind – freigelegt – zur Makulatur Notenhandschriften aus dem 16. Jahrhunderts benutzt. Die vordere Innenseite – auf die Notenhandschrift geklebt – trägt das Exlibris des Schloss „Nordkirchen“. Sowohl der hintere innere Deckel als auch die letzten drei leeren weißen Seiten sind durch kleine Wurmspuren leicht lädiert.